Unsichtbare RisikenMessen statt fürchten

Schadstoffe beim Hauskauf: Die Baujahr-Checkliste vor der Unterschrift

Veröffentlicht am 13. September 2026

Foto: Jakub Żerdzicki / Unsplash
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Beim Hauskauf werden Heizung, Dach und Küche dreimal besichtigt — die unsichtbaren Altlasten aber entscheiden oft über fünfstellige Folgekosten. Die gute Nachricht: Schadstoffe folgen dem Baujahr. Wer weiss, wann gebaut und renoviert wurde, weiss auch, wonach zu suchen ist.

Die Baujahr-Checkliste

Baujahr / Epoche Typische Schadstoffe
vor ~1960 Bleileitungen fürs Trinkwasser, bleihaltige Altanstriche
~1950–1975 PCB in Fugendichtungen und Anstrichen, Holzschutzmittel (PCP, Lindan) in Dachstühlen und Täfern
bis ~1990 Asbest in Fassaden, Böden, Kitten, Klebern — der wichtigste Kandidat, siehe Asbest im Haus
~1965–1990 Formaldehyd aus Spanplatten und Verleimungen, künstliche Mineralfasern alter Dämmungen
jedes Baujahr Radon je nach Standort und Abdichtung (Karte prüfen), Schimmel durch Feuchteschäden

Wichtig: Auch ein Altbau kann saniert und sauber sein — und ein 80er-Jahre-Haus voller Überraschungen stecken. Die Tabelle sagt, wo du genauer hinschauen musst, nicht, was du sicher findest.

So gehst du vor

  1. Unterlagen anfordern: Baujahr, Renovationshistorie, frühere Schadstoffgutachten oder Sanierungsnachweise. Seriöse Verkäufer haben das parat; Ausweichen ist ein Signal.
  2. Besichtigung mit Schadstoff-Brille: Eternit-Platten, alte Vinylböden, Nachtspeicheröfen, muffiger Kellergeruch, Feuchtigkeitsränder — alles notieren und fotografieren.
  3. Bei Verdacht: Gutachten vor der Unterschrift. Eine professionelle Schadstoffermittlung kostet je nach Umfang etwa 500 bis 3000 Franken/Euro — beim grössten Kauf des Lebens eine kleine Versicherungsprämie. Einzelne Materialproben (Asbest, Holzschutzmittel) analysieren Labore schon ab 40–120 Franken/Euro.
  4. Ergebnisse in den Preis verhandeln: Ein dokumentierter Sanierungsbedarf ist das beste Argument für einen Abschlag — oder für den Rückzug, bevor es teuer wird.
  5. Radonmessung einplanen: Sie dauert Monate und passt selten vor die Unterschrift — aber als erste Amtshandlung nach dem Einzug gehört sie auf die Liste: Radon selbst messen.

Der häufigste Fehler

Der teuerste Fehler ist nicht der übersehene Schadstoff — es ist die Sanierung ohne vorherige Abklärung. Wer im Altbau «einfach mal die Wände rausreisst», verteilt Asbestfasern und PCB-Staub im ganzen Haus und verwandelt eine überschaubare Fachsanierung in einen Totalschaden. Erst prüfen, dann bauen.

Quellen

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