Unsichtbare RisikenMessen statt fürchten

Uran und Radon im Trinkwasser: Wenn das Gestein mittrinkt

Veröffentlicht am 13. September 2026

Foto: Yaroslava Holiachenko / Unsplash
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Wasser ist ein Lösungsmittel — und was es auf dem Weg durchs Gestein löst, hängt vom Untergrund ab. In Granit- und Gneisregionen können das auch Uran und das radioaktive Gas Radon sein. Beides ist komplett natürlich — und beides lohnt in bestimmten Situationen einen prüfenden Blick.

Uran: Chemie schlägt Physik

Beim Uran im Trinkwasser überrascht die Wissenschaft Laien regelmässig: Problematisch ist weniger seine (schwache) Radioaktivität, sondern seine chemische Giftigkeit für die Nieren — ähnlich wie bei anderen Schwermetallen. Die Grenz- und Leitwerte sind entsprechend chemisch begründet:

Regelung Wert
Deutschland (Trinkwasserverordnung) 10 µg/l
WHO-Leitwert 30 µg/l
Schweiz (Höchstwert) 30 µg/l
Mineralwasser mit Label «geeignet für Säuglingsnahrung» (DE) max. 2 µg/l

Öffentliche Versorger halten diese Werte ein und müssen messen. Relevant wird Uran vor allem für private Brunnen in betroffenen Regionen — und für Eltern, die Säuglingsnahrung zubereiten: Babys sind die empfindlichste Gruppe, deshalb der strenge 2-µg/l-Massstab beim Mineralwasser.

Radon: aus dem Wasser in die Luft

Radonhaltiges Wasser ist vor allem ein Umweg in die Raumluft: Beim Duschen, Kochen und Waschen entweicht das Gas aus dem Wasser und addiert sich zur Radonbelastung, die ohnehin aus dem Boden ins Haus kommt. Getrunken ist Radon vergleichsweise unkritisch, eingeatmet bleibt es das Lungenkrebs-Thema Nummer eins unter den natürlichen Strahlenquellen.

Die EU setzt für Radon im Trinkwasser einen Parameterwert von 100 Becquerel pro Liter; öffentliche Versorger überwachen das. Nennenswerte Werte treten fast nur bei Brunnen- und Quellwasser in Granitgebieten auf — also dort, wo auch die Radonkarte rot ist.

Was heisst das praktisch?

Und die Einordnung zum Schluss: Die Strahlendosis übers Trinkwasser ist für fast alle Menschen ein Randthema — die Radon-Raumluft ist der Faktor, der zählt. Wer beides prüft, prüft in der richtigen Reihenfolge: erst die Luft, dann das Wasser.

Quellen

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