Radonwerte senken: Was wirklich hilft — vom Lüften bis zur Sanierung

Ist der Radonwert in deiner Wohnung zu hoch, gibt es gute Nachrichten: Die Konzentration lässt sich fast immer deutlich senken — oft schon mit einfachen Mitteln. Hier die Massnahmen, geordnet vom kleinsten zum grössten Aufwand.
Sofort und gratis: richtig lüften
Regelmässiges Stosslüften verdünnt die Radonkonzentration in der Raumluft — mehrmals täglich Fenster weit auf, besonders in Schlafräumen und im Erdgeschoss. Das ist keine Dauerlösung bei stark erhöhten Werten, senkt die Belastung aber sofort. Wichtig: Kellerfenster nicht dauerhaft kippen, wenn der Keller kälter ist als das Haus — das kann den Kamineffekt sogar verstärken, der Radon aus dem Boden ansaugt.
Eintrittswege abdichten
Radon dringt durch Undichtigkeiten im erdberührten Bereich ein. Typische Schwachstellen:
- Risse und Fugen in Bodenplatte und Kellerwänden
- Durchführungen von Rohren und Kabeln
- Kellertüren zwischen Naturkeller und Wohnbereich
- offene Böden (Kies, Stampflehm) in alten Kellern
Abdichten mit dauerelastischen Materialien und eine dichte, selbstschliessende Kellertür bringen oft schon viel — vor allem, wenn nur einzelne Eintrittspfade dominieren.
Druckverhältnisse ändern: die wirksamste Methode
Bei deutlich erhöhten Werten ist die zuverlässigste Lösung, das Radon gar nicht erst ins Haus zu lassen: Eine Radon-Absaugung unter dem Gebäude (Radonbrunnen oder Absaugung unter der Bodenplatte) erzeugt mit einem kleinen Ventilator einen Unterdruck im Boden und leitet das Gas kontrolliert nach draussen, bevor es eindringt. Auch kontrollierte Wohnraumlüftungen mit leichtem Überdruck können helfen. Solche Sanierungen plant am besten eine Radonfachperson — das BAG führt entsprechende Beratungsstellen und Fachpersonen auf, und die BAG-Wegleitung Radon beschreibt das Vorgehen im Detail.
Beim Neubau: Vorbeugen ist billig
Beim Neubau kostet Radonschutz fast nichts: durchgehende, dichte Bodenplatte, abgedichtete Durchführungen und — in Risikogebieten — ein vorbereitetes Absaugrohr unter der Bodenplatte, das bei Bedarf später nur noch an einen Ventilator angeschlossen werden muss. Wer neu baut oder umfassend saniert, sollte das Thema deshalb früh mit Architektin oder Bauleiter ansprechen.
Danach: nachmessen
Jede Massnahme ist nur so gut wie ihr messbarer Effekt. Nach Abschluss der Arbeiten steht darum wieder eine Messung an — idealerweise erneut über das Winterhalbjahr.
Quellen
- BAG: Radon — Schutzmassnahmen und Sanierung
- BfS: Radonschutz in Gebäuden
- Strahlenschutzverordnung StSV, SR 814.501