Radon selbst messen: So findest du heraus, was in deiner Wohnung steckt

Radon kann man weder sehen noch riechen — aber sehr einfach messen. Und weil sich die Werte selbst zwischen Nachbarhäusern stark unterscheiden, hilft nur die eigene Messung weiter.
Zwei Wege zur Messung
1. Passive Dosimeter (der offizielle Weg). Kleine Kunststoffdöschen ohne Strom und Elektronik, die du einfach ins Zimmer stellst. Nach der Messdauer schickst du sie ans Labor und bekommst einen Bericht. In der Schweiz führen vom BAG anerkannte Messstellen solche Messungen durch; die Kosten liegen typischerweise bei 50 bis 100 Franken für zwei Dosimeter. Nur eine solche anerkannte Messung zählt, wenn du das Ergebnis später offiziell verwenden willst — etwa gegenüber Vermieter oder Behörden.
2. Digitale Messgeräte (der schnelle Überblick). Elektronische Geräte zeigen die Radonkonzentration laufend an, oft mit App-Anbindung. Sie sind praktisch, um kurzfristige Schwankungen zu beobachten oder den Erfolg von Massnahmen zu prüfen — ersetzen aber keine anerkannte Langzeitmessung.
Wann und wo messen?
- Im Winterhalbjahr messen: Von Oktober bis März sind Fenster meist zu und die Heizung läuft — genau dann sind die Radonwerte am höchsten und die Messung aussagekräftig.
- Mindestens drei Monate, besser das ganze Winterhalbjahr: Radonwerte schwanken stark von Tag zu Tag, erst der Langzeit-Mittelwert ist belastbar.
- In bewohnten Räumen der untersten Etagen messen: Schlafzimmer und Wohnzimmer im Erdgeschoss oder Untergeschoss, nicht im ungenutzten Keller.
- Normal weiterleben: Während der Messung ganz normal lüften und heizen — sonst misst du ein Szenario, das mit deinem Alltag nichts zu tun hat.
Ergebnis einordnen
Massgeblich ist der Jahresmittelwert im Vergleich zum Referenzwert von 300 Bq/m³ (Schweiz und Deutschland):
| Messwert (Jahresmittel) | Einordnung |
|---|---|
| unter 100 Bq/m³ | Unauffällig — die WHO nennt 100 Bq/m³ als Zielwert |
| 100–300 Bq/m³ | Akzeptabel; einfache Massnahmen wie besseres Lüften lohnen sich trotzdem |
| über 300 Bq/m³ | Referenzwert überschritten — Massnahmen empfohlen, siehe Radonwerte senken |
Ein einzelner hoher Tageswert auf einem digitalen Gerät ist übrigens noch kein Alarm: Nach einem ungelüfteten Wochenende oder bei bestimmten Wetterlagen schnellen die Werte kurzfristig hoch und sinken wieder.